aus anobellas welt

 

* Startseite     * Archiv     * Abonnieren



* themen
     easy listening mit anobella
     anobellas brandbriefe
     anobella in prag
     watchanobella
     about smarf
     anobella fordert!
     anobella schaut sport
     aus anobellas werkstatt
     life on a spinning ball!
     aus anobellas tagebuch
     rheinland-pfalz an belgien?
     anobella empfiehlt
     anobellas und elsas manifest für weblogs
     anobella auf reisen
     aus anobellas fotostudio
     anobella aktuell
     aus anobellas arbeitswelt

* Links
    
     Anobella und Smarf erklären die Welt
     Poetenladen
     by Charles M. Schultz
     Wiesbaden wunderbar!
     Literaturwelt - Buchmessenweblog
     Webseite des belgischen Königshauses!





aus anobellas werkstatt

Irgendwas ist ja immer 3

Für das Krimijahrbuch wird schon Werbung gemacht - es erscheint ja auch bereits im Frühjahr  - aber aus mir machen >>>sie einen Mann!  Nur für den Fall, es könnten zu viele Frauen bei dem Projekt involviert sein ...

8.12.05 16:32


Leichhardt und Sofia rasten weiter in Richtung Würzburg, bekamen aber den Cayenne nicht mehr zu sehen. Erst ein Streifenwagen konnte ihn auf Höhe Aschaffenburg stellen. Drinnen saß ein Hofheimer und fragte sie, was das Ganze sollte. 
„So ein Mist!“, schimpfte Leichhardt und warf das Handy auf das Armaturenbrett. „Geht heute alles schief?“
Sofia antwortete nicht und saß nur mit einer Das-war-nicht-professionell-genug und einer Du-hast-eine-Mistkarre-Miene auf dem Beifahrersitz.
Das Handy klingelte erneut.
„Rate, wer hier ist!“, rief Tüte.
„Tüte!“
„Mann Leichhardt, du gehst mir auf den Geist! Wer hier im Prä-si-dium ist!“
„Doch nicht Nadja?“
“Doch! Sie ist eben durch die Tür spaziert! Felicia Urich hat sie angerufen und angekrischen, dass sie gefälligst herkommen soll. Ihr Mann läge betrunken in der Zelle."


 

6.12.05 15:47


das wird NIE fertig! *schimpft

(kapitel leichhardt isst)


also jetzt kriegt er statt meiner langweiligen salzkartoffeln herzoginnenkartoffeln. das sind kartoffeln passiert mit butter und eigelb, als rosette auf ein blech gespritzt und gebacken.


 

30.11.05 09:12


„Was machst du, Anne-Marie?“
Die Zehnjährige fädelte sich neben ihm auf dem Bürgersteig ein. „Meine Freundinnen besuchen! Wir gründen einen Tomb-Raider-Fanclub.Wo gehst du hin?“ 


(was immer das ist)

30.11.05 08:53


schon schön,

>>>der porsche cayenne. den schenk ich einer meiner figuren. und andy garcia ist auch sehr schön, der >>>mir sogar den gefallen tut, älter als ich zu sein. jennifer eight konnte ich gestern nicht fertig gucken, es war zu gruslig. garcia erzeugt intensität, indem er einen tick länger hinschaut (in die kamera, in gesichter, ins dunkle) als andere schauspieler. sehr oft sehr gedankenversunken.


 

30.11.05 07:02


ist muckefuck stark oder schwach? (kaffee)
30.11.05 06:35


to cut things ...

... short ... ich hab ne neue short-story geschrieben. ich schreibe immer stories bei meinen eltern - warum? weil ich zeit und einen sechs auf fünf meter blick durchs tal habe! da lassen sich geschichten schreiben! (ich weiß noch nicht, wie lange ich das ganze projektieren soll - ich brauche was gescheites  für nächstes jahr - hoffentlich, es ist noch nicht raus ... *fiebert **januar) titel habe ich noch keinen. here goes:


 


Die Mail, die Walter erhalten hatte, war der reinste Albtraum. Er setzte die Kaffeetasse ab und starrte konsterniert auf den Bildschirm. Adi sprach von der Notwendigkeit der Gründung eines Rhein-Main-Nahe-Philosophie-Geprächskreises, dabei hatte Walter ihm erst gestern Abend klipp und klar gemacht, dass er keinen weiteren Kontakt zu ihm wünschte.


Adis Antwort: Er habe das ganze Wochenende Nietzsche gelesen und viel dabei an Walter gedacht. An das, was er über die Ewige Wiederkehr gesagt hatte. 


Aber das Einzige, was in Walters Leben ewig wiederkehrte, waren Adis Mails.


 fficeffice" />


Er hatte Adi im Juni auf einem philosophischen Forum im Netz kennengelernt und wurde den Burschen seitdem nicht mehr los. Walter wollte einen Satz von Kafka auf das Forum stellen, mal gucken, was passierte. Ob die sich mit Kafka auskannten, ob die wussten, dass er einer größten deutschen Philosophen war und so weiter. Wahrscheinlich wussten sie es nicht. Keiner wusste es. Alle hielten ihn nur für einen schwierigen Schriftsteller und an den philsophischen Fakultäten der Universitäten wurde er nie gelesen, diskutiert, vorgestellt. Dabei kam er nach Walters Auffassung in der deutschen Philosophie gleich hinter Friedrich Nietzsche. Man musste mal seine Betrachtungen in einem Extra-Bändchen zusammenfassen und Philosophie oben drüber schreiben und schon hatte man ein ähnlich feines kleines Werk wie Ludwig Wittgensteins Tractatus-Logico-Philosophicus.


Es wäre eine Kafka-Sensation, und Tausende von Kafka-Gesellschaften würden weltweit durchdrehen.


Und Walter hätte die Idee gehabt.


 


Eine Antwort auf dem Forum ließ keine fünf Minuten auf sich warten. Sie kam von Adi: Kafka? Ein Philosoph? Der Prager Schriftsteller? Das war ja interessant und ihnen auf dem Forum ganz neu. Deswegen mache er, Adi, gleich mal einen parallelen Sekundäthread dazu auf, hier war der Link: Grenzgänger: Der Literat Kafka als Philosoph.Walter sah sich den Thread an. Er konnte keinen großen Unterschied zu seinem eigenen erkennen, aber er zuckte mit den Schultern. Mit den Gepflogenheiten auf Foren war er nicht vertraut und er dachte, Adis Beitrag sei das, was man im Netz eine „mäandernde Diskussion“ nannte. Sicher war es gut, dass ihn gleich einer promotete mit seinem Vorhaben. 


 


Walter sah auf Adis Mail. Überall Ausrufezeichen. Er diskutierte schon in vierfacher Ausfertigung über seine Kafka-These: Auf Walters Mail, auf Walters Thread, auf dem eigenen Thread und auf einem Literaturweblog, auf das er den Satz weiter verlinkt hatte. Von dort war er schon wieder drei Mal weiter gewandert und irgendwelche weit entfernten Universitätskoryphäen begannen gerade, unbequeme Fragen an Walter zu richten: Woher er das Zitat hatte, war es aus einer der Quellen, die Max Brod zensiert hatte und war er Kafkas eigener Rechtschreibung gefolgt oder hatte er sie eigenmächtig modernisiert?


 


Walter ächzte. Es war erst zehn Uhr morgens, er saß in seinem Büro, hatte furchtbar viel zu tun und der Kafka-Satz lief schon auf fünf Netzseiten rund. Ein neuer Klick ins Netz zeigte, dass die von dem Literaturweblog schon herausgefunden hatten, dass er aus Frankfurt am Main schrieb. Na prost Mahlzeit. Sie legten ihm lauter Blogger aus Rhein-Main auf die Mail: Sie würden sich freuen, ihn kennenzulernen, man sei ja ein kleines Trüppchen, hier nicht anerkannnt und da nicht gewürdigt und mehr Öffentlichkeit schaffen und spontan und rhizomatisch verzweigen.


 


Rhizomatisch verzweigen klang gut. Das erinnerte Walter an seine Studienzeit, damals in den Siebzigern war es eine große Mode gewesen mit diesem Rhizomatischen. Die französische Philosophie  hatte den Begriff geprägt und sie hatten sich in Deutschland wie die Verdurstenden drauf gestürzt, nach all dem Horkheimer und Adorno und Habermas, deren Diskurse so kompliziert und unverständlich gewesen waren. So schwer, so deutsch!  Die Franzosen hatten sich dabei übrigens auf Kafka bezogen, das Schloss war typisch rhizomatisch und jetzt schloss sich der Kreis für Walter wieder. Er hatte das Gefühl, doch das Richtige getan zu haben mit dem Kafka-Satz auf dem Forum. Obwohl es ihn nervte, dass sie schon wussten, dass er aus Frankfurt kam, dass sie seine Integrität anzweifelten und ihn einer dieser Deppen im Vulgärton anfauchte, er sollte gefälligst seine Hausaufgaben machen, bevor er hier Kafka verwurste.


 


Walter bewahrte einen kühlen Kopf und schrieb erst mal eine Mail an diesen rührigen Adi. Ein Fünfzeiler: Danke für deine Hilfe und deinen Enthusiasmus, das ging ja rasend schnell – zu schnell? – und ja, wenn man Kafkas Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande respektive die Betrachtungen in einem eigenen Büchlein isolieren würde, das wäre eine wunderbare Sache! Exakt seine Idee! Glasklar, die Gedankengänge Kafkas, im Vergleich zu all dem Geschwurbel, was die deutsche Philosophie so von sich gab (sah man mal von Nietzsche ab!). "Wir lesen uns auf dem Forum", unterschrieb Walter, und "liebe Grüße!" Er wollte den Kerl unbedingt von seiner Mail runterjagen, er hatte keine Lust auf ein Zwiegespräch mit ihm. 


 


Keine Viertelstunde später bingte ihm Adis Antwort ins Postfach, diesmal ausführlicher, die letzte war so kurz gewesen. Auf drei Seiten (einzeilig) schilderte der große Unbekannte ihm, wie ulkig es sei, dass er Nietzsche erwähne: An den habe er nämlich selbst schon gedacht! In genau dem Zusammenhang! Das war ein schöner Zufall! 


 


Die verflixte Mail ging in Richtung Seelenverwandtschaft zwischen Adi und Walter, eine Einschätzung, die Walter keineswegs teilte. Und Nietzsche sei ohne Zweifel der Hellsichtigste unter den deutschen Philosophen gewesen (abgesehen von Kafka natürlich, falls Walters These sich erhärten sollte): Keiner so kristallklar wie Nietzsche!


 


Adi selbst versagte völlig in puncto Klarheit. Auf eine perfide Weise drehten sich seine Sätze in sich selbst, man erkannte es nicht gleich und gab sich erst mal selbst die Schuld an ihrer Unlesbarkeit. Sie kamen selten unter zwanzig Zeilen raus und man verlor in Zeile Fünf schon den Faden.  Im Forum wurden sie alle wahnsinnig davon, konnte Walter dort nachlesen; Adi musste harsche Kritik wegen seiner Beiträge einstecken. Er schreibe wie Sloterdijk, bescheinigten sie ihm, und das war kein  Kompliment. Lauter selbstaufhebendes Zeug ohne jeden Erkenntnisgewinn, auf Volkshochschulniveau, das unterscheide ihn wiederum von Sloterdijk, der ja auf einer Schizophrenen-Ebene sehr gescheit sei.


 


Volkshochschulniveau war das übelste Schimpfwort auf dem Forum und Walter kamen Zweifel, ob es wirklich so vorteilhaft gewesen war, dass Adi ihn dort promotet hatte. Sein Ruf auf dem Forum schien nicht der Allerbeste zu sein. Kannst du nicht mal die Schnauze halten, Adi? Musst du zu jedem Thema deine Meinung reinsenfen? Willst du Walter hier fertig machen? Walter zuckte zusammen: Wo wurde er fertiggemacht? Zwanzig Minuten suchte er aufgescheucht im Netz herum, auf den fünf Seiten, aber er fand nichts.


 


Adi buchte die Angriffe auf Walters Mail unter „schlechter Kinderstube“ ab. Man könne es diesen Leuten nicht übelnehmen, schrieb er ko-kommentierend in Mail Nummero Drei, sie hatten eben nicht so eine harmonische Jugend verbracht wie er, zärtlich geliebt von den Eltern. Außerdem waren sie ihm alle im Grunde ganz egal,  bedeuteten ihm nichts, waren mediokre Kleingeister, ganz anders als er, Walter. Walter war brillant, originell, ein intelligenter  Kopf. Einer, der querdachte! Wo gab es das heutzutage schon noch!


 


Der mit diesem Paukenschlag seinen Auftritt im Internet gehabt hatte: Kafka ein verkannter Philosoph! Da hol´s doch der Teufel! War der Prager – Adi intonierte es wie Der Leimener aka Boris Becker - in eine zweite, in die Philosophieabteilung der Buchhandlungen einzuordnen?


 


Wenn Walter die Antworten jetzt auf den vier Plattformen zusammenrechnete, kam er auf rund 45. Auf einem der Weblogs waren sie schon ins Quatschige abgerutscht, da stritten und versöhnten sich Off Topic zwei User, die von Drittkommentierern dazu aufgefordert wurden, endlich zusammen in die Kiste zu steigen, damit diese Scheiße ein Ende habe. Einer schrieb noch mal was von Urheberrecht und falsches Zitat und besser noch mal nachschauen und Walter ein Amateur. 


 


Er überlegte. Sein Kafka-Vorhaben wegen dieser Turbulenzen wieder abzubrechen, wäre übereilt. Er hoffte ja, mit seiner These - die bisher tatsächlich noch keiner so vertreten hatte - aus dem Schatten der nervtötenden Tätigkeit in der Arbeitsagentur herauszutreten. Ein Autor werden. Ein freier Mensch!


 


„Wie weit sind Sie denn mit der Bearbeitung der Unterlagen, Herr Zimballa?“ Die Chefin steckte den Kopf durch die Tür.


„Nicht so weit“,  murmelte Walter und betrachtete den Stapel Akten in dem kleinen Aluminiumwagen neben sich.


Seine Aufgabe war es, illegale Wohngemeinschaften sprich Untermietsverhältnisse zwischen Unverheirateten aufzuspüren. Seit den neuen Hartz-IV-Gesetzen – die vollkommen für den Gully waren – behaupteten immer mehr Leute, zusammen getrennt in einer Wohnung zu leben. Das klang absurd und war es auch. Denen sollte Walter das Handwerk legen. Erst machte er Hausbesuche – er legte sich stundenlang hinter Büschen auf die Lauer, um herauszufinden, wer in einer verdächtigen Wohnung ein- und ausging, welche Autos davor parkten etc. – und darüber Berichte schreiben. Pro Woche sollten zehn fertigwerden, er hatte aber erst eineinhalb und es war schon Mittwoch früh. 


 


Der Abteilungsleiter hatte ausgerechnet, dass, wenn Walter effizient arbeitete, er dem Amt (dem Bürger, dem Steuerzahler) 15 000 Euro im Monat einsparen könnte. Ja wenn! Von Effizienz war Walter so weit entfernt wie nur was, nicht nur wegen der 45 Antworten im Internet. Ihm machte der Job schon lange keinen Spaß mehr. Wenn er aber die Sache mit Kafka jetzt noch eine weitere Woche hinauschob, war schon wieder Dezember und Feiertage und Jahreswechsel und Weihnachtsferien und Kram. Kein Licht am Ende des beruflichen Tunnels!


 


Die Chefin trat an seinen Schreibtisch und und machte ihm klar, dass der Abteilungsleiter Druck mache und dass er mal einen Zahn zulegen müsse. Am Freitag müssten die Berichte auf dem Tisch sein, höchste Alarmstufe!


Walter nickte mechanisch – es war immer höchste Alarmstufe  – war aber mit seinen Gedanken ganz woanders. Die vierte Mail von Adi war eingetroffen und sie trug den Titel: „Du solltest den Leuten auf dem Forum jetzt langsam antworten, sonst wirkt es unhöflich“.

28.11.05 14:22


 [eine Seite weiter]




Verantwortlich für die Inhalte und Daten dieses Weblogs ist der Autor.
Datenschutzerklärung / Dein kostenloses Weblog bei 20six.de / myblog.de! / Hausratversicherung / Gutscheine