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anobellas und elsas manifest für weblogs

übrigens lassen sich im diktat mit 10jährigen außerordentliche erfolge erzielen, wenn man bestimmte worte im satz als "achtung, schweres wort!" ankündigt. dann hängen sie alle lefzend über ihren heften, schreiben das wort, kommen mit ihren heften nach vorne gerannt und zeigen das wort.


das kann man natürlich alles nicht im normalen unterricht machen. das sehe ich schon ein. das nach vorne rennen lassen. aber ich mag es auch, wenn sie mich umrennen, wie ein haufen junger hunde.


gestern in der bvb-maßnahme sagte eine realschülerin, die keinen ausbildungsplatz gekriegt hat, zu mir, dass ich die erste bin, die seit ihrem schulabschluss nicht so getan hat, als ob bei ihr hopfen und malz bereits verloren sei und sie nie mehr eine zweite chance bekommen. das ist schon heftig. ich glaube, im arbeitsamt sitzen die allerletzten leute. wie rekrutieren die eigentlich ihr personal? was haben die für abschlüsse? alles, was ich von denen mitkriege - und ich kriege viel mit über all die schüler, die ich habe - ist immer katastrophal. selbst wenn man nur 15 minuten zeit für ein gespräch hat, kann man da doch was rüberbringen.


jetzt wüsste ich gern, was ein junge mit einem außergewöhnlichen zeichentalent machen kann, der aber nur einen hauptschulabschluss hat. er ist super und ein sehr witziger typ, er erinnert mich an den jungen >>>uwe bohm (nordsee ist mordsee). 

12.11.05 11:04


Na bitte ...

... da ist ja, was ich letztens zum Ausdruck bringen wollte.


 


"The only thing that bothers me more than not being taken seriously is being taken too seriously." Billy Wilder


(gesehen bei www.kolumnen.de)


 


 

17.8.04 10:57


Anobellas und Elsas Manifest für erzählende Weblogs


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August 2004


 


Manifest für die Schaffung von gelungenen erzählenden Weblogs*


ZEIT Online-Leser konnten beim "Preisbloggen" im Sommer 2004 ihren liebsten Blog wählen. Die Kriterien waren: Wer erzählt schön? Wer hat ein gelungenes Design? Wer informiert gut? Durch die intensive Nachbereitung innerhalb des World Wide Weblogging – DER wurde nominiert! DIE soll gewonnen haben?! DAS kann doch nicht sein! – fühlten wir uns angeregt (vielleicht, um der Diskussion ein Ende zu bereiten, vielleicht aber auch, um sie anzustoßen), einige Regeln für einen gelungenen, erzählenden Weblog zusammenzufassen und zusammenzutragen. The results are:


1. Keine Textflut und Referate von epischer Länge. Aber das erforderte natürlich Selbstdisziplin und der Weblog wäre nicht mehr so schön AUTHENTISCH


 


2. AUTHENTISCHES Schreiben ja, orthografische/grammatikalische Zumutungen nein. Bitte keine schlampigen Einträge, vor allem nicht auf ANDEREN Weblogs nach dem Motto "Dieser Text mit all seinen Fehlern und seinem Geholpere ist ein Stück von mir!" Und keine Buchstabenhoppser. Wie der eigene Blog aussieht – das sei dahingestellt. Aber man sollte wenigstens auch in diesem Medium DEM GEGENÜBER den angemessenen Respekt erweisen


 


3. Natürlich auch als WEBLOG-EIGNER. Bitte keine unmoderierten Einträge aus drei bis zehn Worten, die kein Schwein verstehen kann. Stichworte "Verständlichkeit, Lesbarkeit, Nachvollziehbarkeit": Ein paar einleitende Sätze genügen, auch wenn es etwas mehr Arbeit macht


 


4. Bitte auch keine unmoderierten Einträge aus drei bis zehn Worten, die kein Schwein verstehen kann und die mit 4 Links und 7 Smilies versetzt sind


 


5. Bitte keine unmoderierten ANTWORTEN aus drei bis zehn Worten, die kein Schwein verstehen kann (mit und ohne 4 Links und 7 Smilies)


 


6. Keine freudlosen, vergrätzten, unfrohen Kommentare auf Kritik


 


7. Keine Flut von Smilies, Emoticons, Internetkürzeln, Stofftierchen oder Kosenamen


 


8. Keine Bilderflut im Kampf um die mediale Aufmerksamkeit! Weder öffentliche noch private; nicht Sex und nicht Gewalt. Keine Strickblogs (die lassen sich so schlecht lesen), keine Endlosschleifen von Familientreffen, Campingurlauben, Selbstporträts, Aktaufnahmen mit Selbstauslöser und Blitzlicht (Knopf nicht gefunden!), Klobesuchen, formatfüllenden Hausmilben, sterbenden Tanten und dem eigenen Sperma im Flug ins Gesicht der Nachbarstochter beziehungsweise dem Weblogbetrachter in die Fresse - in Text oder Bild, oder beidem (Stichwort "Deutschland-Privat")


 


9. Keine Verlinkungen zu der Webcam im Kreißsaal zur Ehefrau, der Darmspiegelung der Großmutter, der Mittlere-Reife-Prüfung oder zum dorfeigenen Kirchturm


 


10. Keine weblogistische TÄGLICHE Begleitung aller psychogenen Probleme, die man IRGENDWIE ausgraben oder breittreten oder faken kann, nur um Aufmerksamkeit zu erregen (das schließt nicht aus, ab und zu mal einfließen zu lassen, dass der Tag schief ging); keine detaillierten Beschreibungen von selbstverletzendem Verhalten


 


11. Keine Subtitel für das Blog wie etwa „Pornokätzchen – I hate myself“ (Stichwort "onanistisches Schreiben")


 



12. Zur Lesbarkeit keine unruhigen Hintergründe z.B. aus gekachelten psychedelischen Computergrafiken  und keine weiße Schrift auf dunkelblauem Hintergrund


 


13. Keine auditiven musikalischen Zugaben, die den Hereinklickenden panisch nach dem "Lautsprecher-AUS!-Button" fingern lassen (Stichwort "AC/DC in Audiosuperstereoquattro-GIGA-Soundqualität").


 


14. Keine eigene Stimme in Audiosuperstereoquattro-GIGA-Soundqualität(Stichwort "Besprich dein Weblog!).


 


Zusatzanregung: Das nächste Kursbuch – es steht zum Verkauf bei Rowohlt – könnte/sollte von Weblogs handeln (von wegen keine Themen).


 


*Dies ist kein Designmanifest


 


gez. Anobella Bland, Elsa Laska


 


 


(entstanden aus dieser fruchtbaren Diskussion bei Elsas Nacht(b)revier)

5.8.04 09:10





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