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anobella auf reisen

Iiiiiiiiih

"Ist es ein Kompliment, wenn ein Wein nach "scharf gerittenem Damensattel" schmeckt?", fragt der Spiegel in seinem Artikel Im "Rausch der Enzyme" (44/2005) und bleibt der das Gesicht verziehenden Leserin die Antwort schuldig.
Ich nicht.


*ist bei ihren Eltern eingeschneit, Auto unten am Berg geparkt, sieht Anobellas Welt nur zu einem Viertel. Macht morgen blau, liest den fünften Spiegel in Folge und archiviert gute Artikel in ihrem tollen Buch
**fotografiert bei Gelegenheit das tolle Buch mit Spiegel- und Zeit-Artikeln (Gold wert)
 

27.11.05 20:18


*lockt weiter an

frankfurt letzte woche


6.11.05 11:21


biegen Sie von belohorska

auf kochanova ein. Sie sind an Ihrem ziel in prag angekommen.


fahren Sie mit Ihrem auto die steilen treppenstufen herunter und rufen Sie eine werkstatt an. Ihr auto  hat jetzt einen totalschaden.  


die wohnung hat internet. also ab und zu bloggen aus prag.

9.9.05 17:31


ob ich noch ein paar tage nach franzensbad soll?

es soll das schönste der drei westböhmischen bäder marienbad, karlsbad und franzensbad sein.


hier franzensbad. hier ein hotelchen ... nicht so teuer ... *kein geld ... aber wie jetzt wieder die tschechischen kronen in euro umrechnen ...


*hüstelt


**kriecht wieder auf dem bauch in smarfs büro

9.8.05 13:49


Ahoj! Jmennujete se Anobella. Mam poruchu. Muzete mi, prosim, pomoci?


Ahoi! Mein Name ist Anobella. Ich habe eine Panne. Können Sie mir bitte helfen?


*kann es nicht aussprechen


 

8.8.05 13:25


ausflug über´n rhein

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ich liebe ausflüge. kaum jemanden, den ich nicht zu ausflügen überreden würde. und ausflüge nach rheinlandpfalz sind immer ein abenteuer. hauen mich auch immer wieder um. ist alles so anders da drüben. wenn man über die schiersteiner brücke gefahren ist und auf der gegenüberliegenden rheinseite aussteigt, steht man sofort im sand. ohne mist jetzt. auch mitten in latschenkiefern. kiefernzapfen überall. der hammer.


 


wenn ich sehnsucht nach australien habe – und wann habe ich das nicht – brauche ich nur darüber fahren. es IST eine wüste, da können die mir da drüben erzählen, was sie wollen.


als WÜSTE schon schön!


 


heute wollte ich rauskriegen, was es mit so einem trumm über mombach auf der düne auf sich hat. man sieht ihn von schierstein aussieht und keine sau weiß, was es ist. und einfach rüberfahren und nachschauen, darauf muss man erst mal kommen.


 


es war also so weit. im mombacher kreisel bin ich in richtung budenheim abgebogen – halte ungefähr die richtung – und bald kommt ein schild „kriegsgräberstätte“. ja, denke ich, das ist richtig, der trumm ist ein kriegerdenkmal. macht ja nix, gucke ich mir halt das denkmal an. 


ich lande auf dem größten friedhof, den ich je gesehen habe. ohne mist. und ich bin schon ganz schön rumgekommen; meine mutter hat bei pan american gearbeitet, und später, als sie pleite machten, bei delta. wir konnten viel rumfliegen, d.h. wir können immer noch. aber in den letzten jahren ... egal. 


 


der friedhof ist riesig und ich verlaufe mich. normalerweise verlaufe ich mich nie. immer wieder taucht ein schild auf, da lang russisches ehrenmal.


klar, denke ich,  die russen. die bauen so ein wuchtiges teil da hin, dass man es von schierstein aus so ganz groß sieht.


lauter kriegsdenkmäler sind auf dem friedhof – eins für die vereinigung deutschland 1870 – ich zitiere aus´m kopp – das andere für die soldaten, die für das vaterland starben. das zweite ist natürlich quatsch, das andere weiß ich jetzt nicht. wahrscheinlich auch!


 


einen arabischen friedhof hat es auch. sogar ganz stilecht in den sanddünen. riesige baumfarne drumrum und latschenkiefern. zarte marmorplatten, schriften rechts nach links in vielen farben. einen araber sehe ich am eingang, wie er sich auf den weg macht zu den gräbern läuft mit gladiolen in der hand – er muss weit laufen.  die arabischen gräber sind mindestens 1,5 kilometer vom eingang entfernt.


 


das russische ehrenmal finde ich nicht, aber dann kanns auch der trumm nicht gewesen sein, denke ich und blicke wehmütig über den rhein rüber. wie toll der taunus von hier aus aussieht. alle sind sie da – die hallgarter zange, die hohe wurzel, die eiserne hand, der schläferskopf, die platte und der kellerskopf. hinten auch der feldberg. su-per.


 


ich wandere zurück zum auto. komme durch budenheim, das seinem namen alle ehre macht (mein lieber herr gesangsverein!). halte mich links, irgendwo da oben muss der trumm sein. sehe schließlich ein schild: schloss waldtlust. ich kurve also hin und lande bei einer art kavaliershaus, gebaut aus den hässlichsten sandsteinquadern der welt. steige auf dem parkplatz aus und stehe ich ungelogen vor dem dazugehörigen hässlichsten schloss der welt. ähnlich hässlich war nur noch ein schloss in england, in den 30er jahren von einem nazi erbaut. fing mit „k“ an, aber mir fällts jetzt nicht ein. aber das hatte wenigstens einen schönen garten. hier ist nix schönes.


 


das schloss gehört dem sparkassenverband rheinlandpfalz. so was inkonsequentes – da wollten sie was her machen und dann kaufen sie so ein mieses teil. im netz fand ich nichts drüber, was auf seine art verständlich ist. aber ich schätze, es wurde um die gleiche zeit gebaut wie dieser kasseler bursche, dessen namen mir jetzt auch nicht einfällt, wie hieß der noch mal. zum googeln habe ich jetzt auch keine lust – ich reiche das noch nach. da wo man hochklettern muss – ich wie am schnürchen, meine eltern keuchend und japsend und mit viel würdest du bitte auf uns warten!


 


ich bin trotzdem um das schloss rum. das schönste am schloss waren die dunkelgrauen plastikstühle vor dem verschlossenen café – klar, dass da kein mensch lust auf kuchen hat. ein ort, den man flieht, wenn man bei verstand ist. einen barockenen garten haben sie vorne hingeflatscht, mit dem blick auf schierstein. jajaja.


 


ach und ein spruch stand da, den habe ich auswendig gelernt beim zurücklaufen: ein fröhlich herz, ein schönes haus, das macht das leben aus. ohne mist!


 


das schloss hat so eine riesengroße auffahrtsallee – lächerlich im wald – und auf dem rückweg bin ich in trab gefallen, ich hab´s nicht ausgehalten. normalerweise hab ich nix gegen monotonie und lange alleen, in brandenburg liebe ich das, man versinkt einfach in gedanken. aber da bin ich gerannt. kafka hat mal erzählt, dass er immer so unpünktlich ist, weil er wie ein rind warten kann. da wär er auch gerannt, for sure.


 


 

7.8.05 18:26


polevka!                                 suppe!


pomoc!                                   hilfe!


pozor!                                    achtung!


 

7.8.05 12:30


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